Aktionsbündnis Welterbe Oberes Mittelrheintal - Pressekonferenz 2011-02-18 - Boppard

Aktionsbündnis Welterbe Oberes Mittelrheintal

Die Verkehrssituation im Oberen Mittelrheintal muss zweifellos verbessert werden! Bedauerlich aber ist, dass von Seiten der Regierung und der Behörden wesentliche Lösungsansätze von vornherein verworfen und entweder gar nicht oder nur unzureichend geprüft wurden. Dies trifft insbesondere auf die Fähren im Welterbegebiet zu. Sie sind in ihrer Form einmalig und stellen ein Alleinstellungsmerkmal der Welterbelandschaft dar. Was spricht gegen einen 24-Stunden Fährverkehr bzw. eine starke zeitliche Ausdehnung des Fährverkehrs im Rahmen der Regionalisierung des ÖPNV?

„Das Fährwesen und seine Perspektive im UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal“ ist daher auch Titel eines Gutachtens, das im Auftrag des Rheinischen Vereins an der Universität Koblenz erarbeitet worden ist und auf der PK des "Aktionsbündnis Welterbe Oberes Mittelrheintal" am 18.02.2011 in Boppard vorgestellt wurde.

Gesprächspartner waren:

  • Dr. Norbert Heinen, Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz
  • Prof. Dr.-Ing. Hartmut Hofrichter, BUND, Landesverband Rheinland-Pfalz
  • Dr. Gerhard Ermischer, Civilscape
  • Rüdiger Mertens, Deutsche Burgenvereinigung
  • Dr. Holger Rescher, Deutsche Stiftung Denkmalschutz
  • Alexander Fürst zu Sayn-Wittgenstein, Europa Nostra
  • Dr. Reinhard Friedrich, Europäisches Burgeninstitut
  • Volkmar Eidloth, ICOMOS
  • Prof. Dr.-Ing. Helmut Striffler, Rheinkolleg
  • Dipl.-Inf. Elke Greiff-Gossen, Rheinpassagen
  • Andreas Thiemer, Universität Koblenz

Informiert wurde auch über die Stellungnahme der Bürgerinitiative Rheinpassagen, die sich mit dem im Auftrag des Landes verfassten Gutachten der RWTH Aachen „Verkehrlichen Bewertung einer Brücken-, Tunnel- oder Fährverbindung“ beschäftigt.

Pressestimmen

Aktionsbündnis Oberes Mittelrheintal: Gutachten vorgelegt

Das Aktionsbündnis Welterbe Oberes Mittelrheintal hat das vom Rheinischen Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz in Auftrag gegebene Gutachten über einen möglichen Fährbetrieb anstelle einer Brücke im Mittelrheintal der Landesregierung vorgelegt. Das Aktionsbündnis wundert sich darüber, dass die Landesregierung bereits zu einem Zeitpunkt Stellung genommen hat, zu dem ihr das Gutachten laut eigener Pressemitteilung noch nicht vorlag.

Bei dem Gutachten handelt es sich um eine redaktionell überarbeitete Fassung der Magisterarbeit von Andreas Thiemer, die an der Universität Koblenz-Landau erstellt wurde. Es befasst sich mit der Möglichkeit, anstelle einer Brücke durch eine Neuorganisation des Fährbetriebs, z.B. durch 24h-Betrieb, die Rheinquerung sicher zu stellen. Dabei kommt es zu dem Ergebnis, dass dies die bessere Lösung ist, weil anstelle eines einzigen Querungspunktes ein Angebot über die ganze Strecke gemacht wird und dadurch kürzere Querungsmöglichkeiten gegeben sind.

Technisch und organisatorisch ist dies mit vergleichbar geringerem Aufwand umzusetzen. Eine solche Lösung wird auch eher den Anforderungen der UNESCO gerecht, denn diese fordert, dass bei allen Maßnahmen die Entwicklung des gesamten Welterbegebietes beachtet wird. Deshalb sind Fähren einer punktuellen Brückenlösung vorzuziehen.

Es kommt hinzu, dass die Neuorganisation des Fährbetriebs viel schneller und deutlich kostengünstiger realisiert werden kann als die Planung und der Bau einer Brücke.

Mit Interesse nimmt das Aktionsbündnis die Absicht der Landesregierung zur Kenntnis, nach nunmehr zehnjähriger Diskussion einen Bürgerentscheid durchzuführen. Dies sei schon länger überfällig. Ein Bürgerentscheid koste allerdings weiter sehr viel Zeit, denn bis die gesetzlichen Grundlagen geschaffen sind vergehen Jahre. Daher fordert das Aktionsbündnis stattdessen eine Bürgerbefragung. Sie kann unverzüglich durchgeführt werden und als Grundlage und Hilfestellung einer verbindlichen politischen Entscheidung dienen. Umfragegebiet sollte nach Meinung des Aktionsbündnisses das gesamte Welterbegebiet sein.

23. Februar 2011

Für das Aktionsbündnis Welterbe Oberes Mittelrheintal:
Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz
Ottoplatz 2, 50679 Köln
Tel.: 0211/ 809 2804;
eMail: info@rheinischer-verein.de

Studie über Fähren: M.A. gibt Prof. Dr. Kontra

Mittelrhein - Brücke oder Fähre. Die Frage ist am Mittelrhein noch längst nicht geklärt. Befürworter und Gegner einer Brücke bezweifeln die Glaubwürdigkeit der jeweiligen Argumente der Gegenseite.

„Das Aktionsbündnis gaukelt mit der Studie wissenschaftliche Autorität vor.“ Dieses Geschütz fährt die Landesregierung gegen das am Freitag in Boppard präsentierte Gutachten der Gegner einer Mittelrheinbrücke auf. Es kommt zum Ergebnis, dass die Fähren, wenn sie optimiert würden, die Probleme der Verkehrsinfrastruktur im Welterbe besser lösen können als eine zentrale Brücke zwischen St. Goar-Fellen und St. Goarshausen-Wellmich. Fakt ist, dass sich Andreas Thiemer, Autor der Studie „Das Fährwesen und seine Perspektive im Unesco-Welterbe Oberes Mittelrheintal“ bei dem 202 Seiten umfassenden Werk auf seine Magisterarbeit bezogen hat. Fakt ist zudem, dass das Deckblatt der vom Rheinischen Verein beauftragten Studie den Schluss nahelegt, es handele sich bei der Publikation um ein wissenschaftliches Gutachten der Uni Koblenz. Unter „Autor“ ist vermerkt: Andreas Thiemer M.A., Universität Koblenz-Landau, Institut für Integrierte Naturwissenschaften, Abteilung Geographie. Außerdem heißt es in der Einladung zum Pressegespräch des Aktionsbündnisses Welterbe Oberes Mittelrheintal am vergangenen Freitag im Bopparder Hotel Bellevue, das Gutachten sei „im Auftrag des Rheinischen Vereins an der Universität Koblenz erarbeitet“ worden.

„Herr Thiemer war nie Mitarbeiter unserer Universität“, stellte am Dienstag Birgit Förg, Leiterin des Referats Öffentlichkeitsarbeit der Uni Koblenz, auf Anfrage unserer Zeitung klar. „Er hat seine Magisterarbeit bei uns verfasst und ist noch bis zum 31. März immatrikuliert.“ Die Universität verwahre sich gegen die Darstellung, die Universität Koblenz-Landau sei an der Studie in irgendeiner Form beteiligt gewesen. Für das Wirtschaftsministerium ist es ein gefundenes Fressen, dass ausgerechnet ein Student den Nachweis erbringen will, dass der Ausbau des Fährverkehrs sinnvoller sei als der Bau einer Brücke. Dem stellt Mainz die „hoch qualifizierte Arbeit“ des „international anerkannten Verkehrswissenschaftlers“ Prof. Dr. Dirk Valée von der RWTH Aachen gegenüber, die zum Ergebnis kommt, eine Brücke stelle die wirtschaftlich günstigste Lösung dar. Für Staatssekretär Siegfried Englert bleibt es ein Rätsel, wie man ein solches Gutachten anzweifeln kann.

Erhebliche Zweifel am Gutachten der RWTH Aachen, das von der Landesregierung in Auftrag gegen und dem Unesco-Welterbekomitee im Juli 2010 in Brasilia vorgelegt wurde, führen namhafte Verbänden aus den Bereichen Natur-, Landschaftsschutz und Kulturpflege ins Feld, darunter der Rheinische Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz, Europa Nostra, die Deutsche Burgenvereinigung, die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Icomos und das Europäische Burgeninstitut. Deren Vertreter gehen mit dem Gutachten der TH Aachen hart ins Gericht.

Es sei voller handwerklicher Fehler und nichts weiter als ein Gefälligkeitsgutachten, sagte Alexander Fürst zu Sayn-Wittgenstein von Europa Nostra bei der Veranstaltung in Boppard. Norbert Heinen vom Rheinischen Verein, Auftraggeber der Studie über das Fährwesen, ist vom Inhalt der wissenschaftlichen Arbeit von Andreas Thiemer überzeugt. „Wir haben nie behauptet, es handele sich dabei um ein Gutachten der Universität Koblenz-Landau“, weist Heinen gegenüber unserer Zeitung die Vorwürfe aus Mainz zurück.

Das Gutachten von Andreas Thiemer war nur ein Aspekt in Boppard. Der Kostenfaktor wurde in der Studie überhaupt nicht angesprochen. Das tat die Bürgerinitiative Rheinpassagen. Sie legte ein Papier vor, wonach der Einsatz von drei Fähren rund um die Uhr im Jahresdurchschnitt um etwa eine Million Euro kostengünstiger sei als eine Brücke.

Zur Sprache kam auch der Aspekt „Bürgerbeteiligung“. Mit Unverständnis reagierte Heinen auf die Absicht der Landesregierung, dass sich die Bürgerbeteiligung auf die Kreise Rhein-Hunsrück und Rhein-Lahn beschränken soll. Die Bevölkerung im gesamten Unesco-Welterbe Mittelrheintal müsse eingebunden werden, forderte Heinen.

Quelle: Rhein-Zeitung - 2011-02-22

Lösen Fähren Probleme im Tal besser als Brücke?

Studie Uni Koblenz sieht erheblichen Optimierungsbedarf

Fähre Lorch - Niederheimbach

Die Fähre zwischen Niederheimbach und Lorch wäre beim Bau einer Brücke zwischen Fellen und Wellmich massiv gefährdet. Foto: A. Thiemer

Mittelrhein. Die Verbesserung des Fährverkehrs ist die ökonomisch günstigste Lösung zur Verbesserung der Infrastruktur auf beiden Seiten des Mittelrheins. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Geographischen Instituts der Universität Koblenz. Der Rheinische Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz hatte das Gutachten in Auftrag gegeben. Gestern wurde es im Bopparder Bellevue vorgestellt.

Um die Fährverbindung zu optimieren, sollten die leistungsstärksten Fähren in Bingen/Rüdesheim und St. Goar/St. Goarshausen rund um die Uhr verkehren, rät das Gutachten. Die Kauber Fähre könnte täglich 18 Stunden lang hin und her pendeln. Die, so formulierte es Andreas Thiemer von der Uni Koblenz, „nicht für den vollen Einsatz tauglichen“ Fähren in Boppard und Niederheimbach könnten dann wie bisher tagsüber fahren.

Ratsam sei es, dass alle fünf Fähren ihre Fahrzeiten aufeinander abstimmen und eine Tarifkooperation bilden, sodass die Fahrscheine für alle Fähren gültig sind. Auch müsste der Fährverkehr mit dem ÖPNV verknüpft werden.

Durch eine Optimierung des Fährverkehrs stünden alternative und überdies kurzfristig umsetzbare Handlungsoptionen zur Verfügung, die im Gegensatz zu einer einzigen Brücke im Welterbetal zu einer flächendeckenden Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur beitragen könnten, lautet der Kernsatz im Gutachten.

Der Rheinische Verein und zehn weitere Verbände aus den Bereichen Umweltschutz, Kultur- und Denkmalpflege hatten sich im vorigen Jahr zum „Aktionsbündnis Welterbe Oberes Mittelrheintal“ zusammengeschlossen mit dem Ziel, „sinnvolle und nachhaltige Alternativen zu der von der Politik favorisierten Brückenlösung“ aufzuzeigen. Unmittelbarer Anlass für die Gründung war die Reaktion der Landesregierung auf den Beschluss des Unesco-Welterbekomitees bei der Sommertagung in Brasilia. Mainz hatte daraus eine grundsätzliche Freigabe für den Bau einer Bücke abgeleitet. Nach Lesart der Verbände hat die Unesco jedoch erhebliche Zweifel an der Brücke geäußert.

Hart ins Gericht geht das Aktionsbündnis mit dem von der Landesregierung in Auftrag gegebenen Gutachten der TH Aachen, das der Unesco in Brasilia vorgelegt wurde. Dort heißt es, die Brücke sei die wirtschaftlich günstigste Variante zur Lösung der Verkehrsprobleme. Es sei ein Skandal, dass dieses auf fehlerhaften Berechnungen fußende Fazit der TH Aachen dafür gesorgt habe, dass die Unesco den Brückenbau nicht sofort untersagt habe, meinte Alexander Fürst zu Sayn-Wittgenstein, Vorsitzender von Europa Nostra Deutschland, gestern im Bellevue.

Laut Studie sind die derzeitigen Kosten für die einfache Überfahrt bei den Fähren Boppard, St. Goar und Kaub im Vergleich mit den Rheinfähren in anderen Bundesländern überhöht. Ob die Fähren in solch hohem Maße subventioniert werden sollten, dass die Bürger sie kostenlos benutzen können – darüber gab es keine einheitliche Meinung. Einig waren sich jedoch die Vertreter der Verbände darin, dass die Fähren in jedem Fall kostengünstiger seien als eine Brücke.

Selbst 7000 Fahrzeuge am Tag – dieses Aufkommen wurde im Verkehrsgutachten von 2009 für den Brückenverkehr prognostiziert – könnten vier Fähren an drei Standorten bewältigen, wobei zwischen St. Goar und St. Goarshausen zwei Fähren zum Einsatz kämen, was Elke Greiff-Gossen von der Bürgerinitiative Rheinpassagen in ihrem Vortrag für sinnvoll erachtete, damit ein Sieben-Minuten-Takt eingehalten werden könnte.

Quelle: Rhein-Zeitung - Wolfgang Wendling - 2011-02-19

Auf Wissenschaft ist kein Verlass

Brücke oder Fähre? Für uns Bürger reine Geschmackssache. Für die Politiker von SPD, CDU und FDP keine Frage: Klar, die Brücke muss her! Für Grüne, Linke und fast alle Verbände auch keine Frage: Natürlich, die Fähren tun's. Sie müssen nur optimiert werden. Und was sagen die unabhängigen Wissenschaftler? Die nehmen beide Positionen ein. Die TH Aachen sagt: Die Brücke ist die preiswerteste Lösung, um über den Rhein zu kommen. Die Uni Koblenz sagt: Die Fähren sind die preiswerteste Lösung. Und wir Bürger, wir können uns jetzt bei beiden Positionen auf die Wissenschaft stützen. Ist das nicht schön? Nein, ist es nicht. Denn wenn wir, der Souverän, demnächst offiziell gefragt werden, sollten wir schon wissen, was denn nun Sache ist.

Quelle: Rhein-Zeitung - Wolfgang Wendling - Kommentar - 2011-02-19

Studie für Mittelrhein: Stechen Fähren die Brücke aus?

Mittelrhein. Der Ausbau des Fährverkehrs ist die beste und preiswerteste Lösung, um die Infrastrukturprobleme im Mittelrheintal zu lösen.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Geographischen Instituts der Universität Koblenz, das der Rheinische Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz in Auftrag gegeben hatte.

Damit steht die Expertise der Uni Koblenz dem von der Landesregierung bestellten und der Unesco 2010 in Brasilia vorgelegten Gutachten der TH Aachen diametral entgegen: Die Aachener Wissenschaftlicher bezeichnen die Brücke als ökonomisch günstigste Variante der Rheinquerung.

Um den Fährbetrieb zu verbessern, sollten die leistungsstärksten Fähren Bingen/Rüdesheim und St. Goar/St. Goarshausen rund um die Uhr fahren, rät das Koblenzer Gutachten. Zudem müssten alle fünf Fähren im Welterbetal ihre Fahrzeiten aufeinander abstimmen, eine Tarifkooperation bilden und in den ÖPNV eingebunden werden.

Der Rheinische Verein und zehn weitere Verbände hatten sich 2010 zum Aktionsbündnis zusammengeschlossen mit dem Ziel, „sinnvolle und nachhaltige Alternativen zu der von der Politik favorisierten Brückenlösung“ aufzuzeigen.

Quelle: Rhein-Zeitung 2011-02-19

Mittelrhein-Fähren laut Gutachten günstiger als Brücke

Die Fähren am Mittelrhein sind wirtschaftlicher als die geplante Mittelrheinbrücke. Das geht aus einem Gutachten hervor, das der rheinische Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz in Auftrag gegeben hat. Ein 24-Stunden Betrieb der Fähre würde rund 3,5 Millionen Euro im Jahr kosten.

Wie der Verein in Boppard mitteilte, würde die Unterhaltung der geplanten Brücke dagegen etwa doppelt so teuer sein. Nach Ansicht des Aktionsbündnisses Welterbe Oberes Mittelrheintal kann man außerdem mit den Fähren an verschiedenen Punkten den Rhein queren und so Fahrwege kürzen.

Das Aktionsbündnis möchte das Gutachten jetzt der Landesregierung und dem UNESCO-Welterbe-Komitee vorlegen. Dieses hatte mit einem positiven Beschluss auf eine Brücke zwischen St. Goar und St. Goarshausen reagiert. Die Fährunternehmer bangen seitdem um ihre Existenz. Der Geschäftsführer der Loreley GmbH hatte angekündigt, sein Unternehmen irgendwann einzustellen. Auch die Fähren in Kaub, Boppard und Lorch würden "kaputt gehen".

Die Landesregierung rechnet bei der geplanten Mittelrheinbrücke mit Gesamtkosten von bis zu 60 Millionen Euro. Die Brücke selbst werde mit 40 Millionen veranschlagt. Hinzu kämen Kosten für die Anbindung an Verkehrswege in der Region und den Rhein-Radweg. Die Brücke soll frühestens 2017 fertig sein.

Quelle: SWR 2011-02-19

Fähren lösen Verkehrsprobleme im Tal besser als Brücke

Mittelrhein - Die Verbesserung des Fährverkehrs ist die ökonomisch günstigste Lösung zur Verbesserung der Infrastruktur auf beiden Seiten des Mittelrheines. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Geographischen Instituts der Universität Koblenz. Der Rheinische Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz hatte das Gutachten in Auftrag gegeben. Am Freitag wurde die Expertise im Bopparder Hotel Bellevue der Öffentlichkeit vorgestellt.

Um die Fährverbindung zu optimieren, sollten die leistungsstärksten Fähren in Bingen/Rüdesheim und St. Goar/St. Goarshausen rund um die Uhr verkehren, rät das Gutachten der Uni Koblnez. Die Kauber Fähre könnte täglich 18 Stunden lang hin und her pendeln. Die - so formulierte es Andreas Thiemer von der Uni Koblenz - „nicht für den vollen Einsatz tauglichen“ Fähren in Boppard und Niederheimbach könnten dann wie bisher tagsüber fahren. Ratsam sei es, dass alle fünf Fähren ihre Fahrzeiten aufeinander abstimmen und eine Tarifkooperation bilden, sodass die Fahrscheine für alle Fähren gültig sind. Auch müsste der Fährverkehr mit dem ÖPNV verknüpft werden.

Der Rheinische Verein und zehn weitere Verbände aus den Bereichen Umwelt- und Naturschutz, Kultur-, Landschafts- und Denkmalpflege – darunter auch der BUND, die Deutsche Burgenvereinigung, Civilscape, Europa Nostra, Icomos und die Bürgerinitiative Rheinpassagen – hatten sich im vorigen Jahr zum „Aktionsbündnis Welterbe Oberes Mittelrheintal“ zusammengeschlossen mit dem Ziel, sinnvolle und nachhaltige Alternativen zu der von der Politik favorisierten Brückenlösung aufzuzeigen. Unmittelbarer Anlass für die Gründung war die Reaktion der Landesregierung auf den Beschluss des Unesco-Welterbekomitees bei der Sommertagung in Brasilia. Mainz hatte daraus eine grundsätzliche Freigabe für den Bau einer Bücke abgeleitet. Nach Lesart der Verbände habe die Unesco jedoch erhebliche Zweifel an der Brücke geäußert.

Hart ins Gericht geht das Aktionsbündnis mit dem von der Landesregierung in Auftrag gegebenen Gutachten der TH Aachen, das der Unesco in Brasilia vorgelegt wurde. Dort heißt es, die Brücke sei die wirtschaftlich günstigste Variante zur Lösung der Verkehrsprobleme. Es sei ein Skandal, dass dieses auf fehlerhaften Berechnungen fußende Fazit der TH Aachen dafür gesorgt habe, dass die Unesco den Brückenbau nicht sofort untersagt habe, meinte Alexander Fürst zu Sayn-Wittgenstein, Vorsitzender von Europa Nostra Deutschland, am Freitag im Hotel Bellevue.

Quelle: Rhein-Zeitung 2011-02-18

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