Berühmte Burgen Europas

Rhine Castles aus der 90er TLC Serie Great Castles of Europe zeigt einige der brühmten Burgen längs des Rheins und erzählt die bekanntesten Legenden, die mit dem Fluss verbunden sind.

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Berühmte Burgen Europas - Katz - Maus - Rheinfels - Marksburg

Burgen am Rhein

Neben guten Weinen, ist der Rhein auch die Geburtsstätte von Heldensagen und Geschichten über Tapferkeit. An einem Platz, der „Drachenfels“ genannt wurde, benutzte der legendäre Prinz Siegfried ein verzaubertes Schwert, um eine feuerspeiende Bestie zu erschlagen. Indem er im Blut des Monsters badete, wurde der Prinz unbesiegbar. Wagners berühmte Oper „Der Ring der Nibelungen“ macht den Helden, der letztendlich durch eine List der neidischen Königin Brunhilde getötet wurde, unvergesslich. Seit diesem Tag nennt man den Rotwein des Niederrheins auch „Drachenblut“.

Diese Region des Rheins verdankt ihren Namen auch einer anderen Erzählung weiblicher List und dem Überirdischen. Hier fließt der malerische Rhein schnell in engen Kurven vorbei an steil abfallenden Felswänden.

Der Legende nach, erschien eine Frau von überirdischer Schönheit jeden Abend auf diesen Felsen. Ihr Name war Loreley und ihr süßer Gesang betörte die Schiffer über das brüllende Tosen des Flusses hinweg.

Wenn die Männer ihre Sinne wiedergewannen, war es zu spät. Sie konnten sich weder von den scharfen Felsen fernhalten, noch verhindern, dass die tosenden Wellen ihre Schiffe verschlangen. Und die wunderschöne Loreley, sang im Gedenken an die ertrunkenen Schiffer solange weiter, bis die aufgehende Morgensonne die Nacht ablöste.

Wenn man heutzutage den Rhein herunterfährt, erhält man einen guten Einblick in die mittelalterliche Rivalität, denn nach jeder Kurve erscheint eine neue Burg hoch oben über dem Flussufer. Jede repräsentiert den Anspruch eines Landesherrn auf alle darunter liegenden Gebiete. Vor allem zwei Burgen verdeutlichen die sich verändernde Balance der Mächte, die einst die mächtige Flussregion ausmachten. Die Thorenburg am östlichen Ufer des Rheins wurde um 1356 vom Erzbischof aus Trier gebaut. Um nicht von einem Kirchenmann übertroffen zu werden, errichteten seine Nachbarn, die reichen Grafen von Katzenelnbogen, ihre eigene Burg auf dem gegenüber liegenden Fels. Diese mächtigen Kaufmänner waren schon die stolzen Besitzer von 138 Dörfern. Obwohl sie ihren neuen Besitz „Burg von Katzenelnbogen“ nannten, wurde sie bekannt als „Burg Katz“ oder „Katzenburg“. Wie vorherzusehen war, wurde die erste Burg, die Thorenburg, daraufhin „ Burg Maus“ oder „Mäuseburg“ genannt. Die Feindschaft zwischen Kaufleuten von großem Reichtum und der alten, mächtigen, katholischen Kirche ähnelte einem Spiel, einer „Katz und Maus-Rivalität“, die sich durch die Jahre zog.

Wenn sie sich nicht gerade gegenseitig schikanierten oder sich gegenseitig bedrängten, vertrieben sich die Grafen des Rheins ihre Zeit. Auf Burg Maus wurde mit Falken und Adlern gejagt. Ein blutiger Sport, der im Orient seinen Ursprung hatte. Überlebende der Kreuzzüge und gut und clever reisende Handelsmänner wie die Grafen von Katzenelnbogen brachten Falken und Falkner mit nach Europa und so auch nach Großbritannien. Dort florierte der Sport in den privilegierten Klassen. Die Beute der Falken sind vor allem Tauben und andere kleine Vögel. In der Thermik des Rheintals konnten sie für unbestimmte Zeit in die Höhe steigen, bevor sie auf Beutezug gingen oder zu ihren Besitzern, den Falknern, zurückkehrten.

Gegenüber der Burgen „Katz und Maus“, in der Nähe des Ortes St. Goar, liegen die Ruinen der einst mächtigen und prächtigen Burg Rheinfels. Auch Burg Rheinfels wurde von den mächtigen Grafen von Katzenelnbogen erbaut, denen die Burg über Jahre als Hauptresidenz diente. Während der französischen Invasion im späten 18. Jahrhundert, wurde sie von den Kleinbauern aufgrund eines jahrhundertealten Konflikts mit ihren Besitzern niedergebrannt.

Ein paar Kilometer flussabwärts, am Ostufer des Rheins, erhebt sich ein hoher kegelförmiger Berg über dem kleinen, friedlichen Braubach. Die Burg, die den Berg krönt, hat einen einzigartigen kleinen Bergfried über ihren Festungswällen und Wachtürmen. Sie blieb als einzige Höhenburg unversehrt. Das ist die Marksburg.

Für die Stabilität wurden die Mauern der Marksburg dreischenklig und so eng an den Rand des Bergs gebaut, dass es schwierig ist, zu erkennen, wo die Mauern enden und der Berg beginnt. Alte Baufundamente enthüllen, dass die Zitadelle an einen Wehrturm anknüpfte und mutmaßlich im 10. Jahrhundert von den Franken gebaut wurde. Der zentrale Turm folgte 200 Jahre später im romanischen Stil. Nachfolgende Besitzer der Marksburg errichteten einen zusätzlichen Verteidigungswall. Im Gegensatz zu anderen Burgen blieb die Marksburg bis ins 20 Jahrhundert unversehrt, sie ist wertvoller als eine Ruine oder ein romantischer Nachbau. Trotz zusätzlicher Bauten im 17. und 18. Jahrhundert behielt sie weitestgehend ihren mittelalterlichen Charakter.

Der Landesherr, der die Hauptgebäude im 13. Jahrhundert errichtete, hieß Eberhard von Katzenelnbogen, ein weiterer Graf jener Familie, deren großer Einfluss die Geschichte des Mittelrheins prägte. Als bekannter Geschäftsmann und Händler teilte er seinen Reichtum mit der Stadt Braubach. Die Burg gab der Stadt die ersehnte Beschäftigung und vor allen Dingen Schutz. Diese grundlegende Funktion von allen mittelalterlichen Burgen wurde über den ganzen Kontinent anerkannt, von Freunden sowie Feinden. In einer Äußerung zur Entspannung der Situation zwischen Kirche und Staat schrieb der Erzbischof von Köln: „Unsere Stadt zeigt, dass ihr Leben und ihre Zugehörigkeiten mit dem Niedergang der Burg verbunden sind.“ Obwohl Eberhards Edelmut auf Marksburg nur einseitig war, konnte er die Arbeiter von Braubach jederzeit anfordern, wenn ihre Dienste gebraucht wurden.

Der Zugang zu Eberhards Hof war mit Pferden möglich. Wegen ihrer schweren Rüstung konnten Ritter zu dieser Zeit nicht ohne Hilfe absteigen. So konnten sie die Burg bequem auf dem Pferd erreichen. Der Haupteingang der Marksburg wurde aus dem schiefernen Fels des Berges gemeißelt. Grob gemeißelte Stufen verhinderten, dass die Pferde bei Regen ausrutschten.

Am Ende der Treppenstufen liegt der Römische Palace, das älteste Gebäude der Burg. Der zentrale Innenhof der Marksburg ist eingeschnürt und durch den massiven Turm in der Mitte sehr eng. Der Innenhof ist von einem gotischen Palast umgeben, der Ende des 15. Jahrhunderts erbaut wurde. Das spitze Dach des Palastes ist durch Schiefer geschützt, der beim Aushub für das Fundament der Burg ausgegraben wurden.

Unter dem zweiten Turm der Burg befinden sich der großräumige Rittersaal und der Hauptwohnraum, in denen offizielle Versammlungen stattfanden. Hier vergnügte und beriet sich Graf Eberhard mit den Adeligen und Edelmännern der Region. Die massiven Wände des Saales sind 10 Fuß breit und standfest genug selbst für den gezieltesten Angriff von Katapulten oder Kanonen.

Angrenzend an den Rittersaal im Inneren des zweiten Turms befindet sich die auffällige, mehreckige Kapelle, die überspannt von Kuppeln in zehn Abschnitte unterteilt wird. Über den Köpfen konkurrieren farbenfrohe Bibelausschnitte mit schmeichelnden Portraits von Rittern. Ursprünglich wurde die Kapelle an der Ostseite der Burg konstruiert. Später jedoch verschob sie sich zur Südseite der Burg, zu der am meist gefährdeten Seitenwand. Gott hatte seine Gründe sein Heiligtum zu beschützen. Um zu helfen, den Heiligen Geist in die neue Seite der Kapelle zu transformieren, wurden zusätzlich auch die zeremoniellen Bilder dorthin verschoben. Sie repräsentieren die sieben Todsünden, die nur durch Gebete abgebüßt werden können.

Dieses Bild stellt St. Mark dar, der eine wichtige Rolle in der Legende spielte, die dem Bild seinen Namen gab.

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Quelle: Foto Loreleyfelsen Felix König
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